Betrifft: Lederreinigung

Written by Luis

Lederreinigung

Für den Heimgebrauch werden Leder zuerst mit einer weichen Bürste von anhaftendem Schmutz und Staub befreit. Mit einem mit wenig Wasser befeuchteten Wischlappen können wasserlösliche Bestandteile wie Salze und andere polare Stoffe (Erde, Nahrungsmittel) entfernt werden. Anschließend erfolgt eine Lederreinigung mit einem Wasser-basierten Reinigungsmittel. Als wässrige Lederreinigungsmittel werden meist milde Tenside wie langkettige Fettalkohole (z. B. Cetylalkohol oder Stearylalkohol) oder nichtionische Tenside eingesetzt, bei unempfindlicheren Ledern auch Sattelseife. Ein Durchnässen des Leders ist bei einer Lederreinigung wegen des Quellens und Schrumpfens zu vermeiden. Anschließend werden mit einem mit wenig Wasser befeuchteten Lappen die Reinigungsmittel entfernt, damit sie sich nicht im Leder anreichern. Dadurch erhält sich langfristig ein besseres Anschmutzverhalten des Leders, da Verschmutzungen in Anwesenheit von Tensiden leichter in das Leder einziehen können. Kurzkettige Alkohole wie Ethanol können vor allem in höheren Konzentrationen (z. B. Spiritus) die Proteine im Leder denaturieren, was bei Ledern ohne Zurichtung (z. B. Anilinleder, Rauleder) die Oberfläche beschädigen kann.

 

Lederschäden

Leder besteht als gegerbte Tierhaut größtenteils aus quervernetzten Kollagenfasern. Diese Proteinfasern sollen im Zuge einer Lederpflege vor Umwelteinflüssen wie Schmutz, Nässe und Abrieb geschützt werden. Die häufigsten Zersetzungen an Ledern sind Hydrolysen, Oxidationen, Schimmelpilzbefall, UV-Licht, Fettfraß durch Fettsäuren, Roter Zerfall (durch Schwefeldioxidbindung entsteht mit Luftfeuchtigkeit Schweflige Säure), Abrieb und Knick- und Dehnungsbrüche. Daneben können verschiedene Arten der Speckkäfer zu Fraßschäden führen.

Ein Wasserkontakt führt aufgrund seiner Polarität zu einer starken Hydratation und einer Schwellung des Leders. Beim Trocknen schrumpft das Leder, wodurch sich die Kollagenfasern umlagern und das Leder härter wird. Daher werden Leder nach Wasserkontakt gewalkt, um die Geschmeidigkeit teilweise wiederherzustellen. Bei ungepflegten farbigen Ledern kann ein Wasserkontakt zu einer lokalen Diffusion des Farbstoffs führen, was in Wasserflecken resultieren kann, die nur durch Nachfärben entfernt werden können.